Alleingelassen in der großen Klinik (Link Süddeutsche Zeitung)

„Neun Prozent der Mütter, die an einer Klinik mit mehr als 2000 Geburten pro Jahr entbunden hatten, sprachen von einer mittelmäßigen oder schlechten Erfahrung im Kreißsaal. … Die Erfahrungen von Müttern im Kreißsaal und auf der Wöchnerinnenstation sind umso negativer, je größer die Klinik ist. Das zeigt eine Studie, in der das gemeinnützige Picker-Institut 9600 junge Mütter befragte, die der Süddeutschen Zeitung exklusiv vorliegt. Eine Zentralisierung der Geburtshilfe kann dem Report zufolge unerwartete negative Effekte haben.“ 

Ein Zitat am Ende: „Wenn man einen guten Start ins Leben für das Kind und ein positives Erleben für die Mutter gewährleisten wolle, müsse man als allererstes in Hebammen investieren.“

(aus http://www.sueddeutsche.de vom 30. Januar 2018, 08:57 Uhr)

Eine Idee für den Reformationstag am 31. Oktober – 95 Thesen der Hebammen

Liebe Hebammen, liebe Unterstützer der Geburtshilfe,

seit Jahren schon beobachten wir die Entwicklung in Deutschland mit Sorge, die der Arbeit der Hebammen immer neue Steine in den Weg wirft. Selbst Millionen von Unterschriften in mehreren Petitionen habe es nicht geschafft, das Interesse an einer langzeitigen Lösung hervorzurufen. Gespräche zwischen Politikern, Verbänden und Krankenkassen schaffen es lediglich, die „Lebensdauer“ dieses unsagbar wichtigen Berufsstandes künstlich zu verlängern. Darüber hinaus verliert der Beruf der Hebamme leider immer weiter seine Attraktivität und ringt den Hebammen immer mehr Kräfte ab, die sie eigentlich für ihre Kernkompetenzen benötigen.

Daher haben wir uns überlegt, wieder einmal den Versuch zu wagen, die Öffentlichkeit auf die Missstände aufmerksam zu machen und so weitere Diskussionen zur Lösungsfindung anzuheizen.

Anlässlich des Reformationstages möchten wir ein Medium nutzen, wie es vor 500 Jahren schon Luther getan hat. Die Idee ist es, 95 Thesen zu publizieren, aus denen die Brisanz erkenntlich wird und die Wichtigkeit der Geburtshilfe durch die Hebammen hervorgehen.

Die Menge der Thesen mag den ein oder anderen erschlagen, aber um den Bezug zu den Thesen von Luther zu verdeutlichen, haben wir die gleiche Anzahl gewählt und mit der Unterstützung von Kollegen und  Freunden in den vergangenen Tagen formuliert.

Nun würden wir uns freuen, wenn das dadurch entstandene Plakat möglichst weit verbreitet wird. Wir selber haben 100  Plakate gedruckt, die wir am 31.10.  in unserer Heimatstadt Aachen aufhängen bzw. an markanten Punkten „anschlagen“ werden. Gerne darf uns das in anderen Städten gleichgetan werden, im Idealfall vielleicht sogar an den Türen von den Gesundheitsministerien. Es ist aber auch hilfreich, wenn die Thesen über E-Mail-Verteiler und das Internet weiter verbreitet werden. Wir versuchen zudem, die Presse mit einzuschalten. Wir freuen uns, wenn die Thesen am Reformationstag,  31. Oktober, auf vielen Internetseiten erschein. Bitte genau bis zu dem Tag mit der Veröffentlichung warten.

Über Unterstützung jeglicher Art würden wir uns sehr freuen und hoffen, dass wir mit dieser Aktion auch in eurem Interesse handeln.

Vielen Dank auf jeden Fall schon mal für euer offenes Ohr und eure Unterstützung!

 

 

Herzliche Grüße aus Aachen

Benedikt und Mira Markett

 

Link zur PDF-Datei: 95Thesen_A2_v1_def

Ergebnisse der Studie zur Hebammenversorgung veröffentlicht

Die Ergebnisse des Projekts „Präferenzen und Defizite in der hebammenrelevanten Versorgung aus Sicht der Schwangeren, Mütter und Hebammen“ sind nun in Kurzfassungen auf dieser Website abrufbar: http://www.medizin.uni-halle.de/hebammenversorgung

Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert und von Dr. Gertrud M. Ayerle von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft) geleitet. Es wurden insgesamt 50 schwangere Frauen und Mütter und 20 Hebammen in 14 Fokusgruppen in mehreren Bundesländern befragt.

Die Ergebnisse stehen in leicht lesbaren Zusammenfassungen zur Verfügung – sowohl aus Sicht der Frauen als auch aus Sicht der Frauen.

PRESSEMITTEILUNG der BÜNDNISGRÜNEN Landtagsfraktion zur Filmdiskussion „Meine Narbe. Ein Schnitt ins Leben.“

Filmdiskussion „Meine Narbe. Ein Schnitt ins Leben.

Kaiserschnitt darf nicht Normalität werden

 Die von der BÜNDNISGRÜNEN Landtagsfraktion veranstaltete Filmdiskussion „Meine Narbe. Ein Schnitt ins Lebenzeigte durch die intensive Debatte den großen Handlungsbedarf zur Stärkung der natürlichen Geburt und verdeutlichte eindrücklich, dass ein Kaiserschnitt nur vermeintlich der leichtere Weg der Geburt ist. Die Fraktionsvorsitzende und familienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN äußert sich wie folgt dazu:

Der Film führt eindrücklich vor Augen welche schwere Belastung ein Kaiserschnitt sein kann. Der vermeintliche kleine Schnitt als unkomplizierte und risikolose Variante der Geburt ist vielmehr ein operativer Eingriff, der für Mutter und Kind gesundheitliche und psychologische Risiken birgt. Gerade die belastende emotionale Komponente für die Mütter, die oftmals ausgeblendet wird, hat der Film schonungslos dargestellt, fasst Lüddemann zusammen.  

„Die zunehmende Zusammenarbeit der Ärzteschaft und der Hebammen wie sie stellvertretend von Dr. Gregor Seliger von der Uni-Klinik Halle und Petra Chluppka als Vorsitzende des Landeshebammenverbandes auf dem Podium verkörpert wurde, ist für mich eine der wirklich erfreulichen Botschaften unserer Veranstaltung. Es zeigtsich: Der Runde Tisch „Familie und Geburt“ trägt Früchte“, so Lüddemann

Um die hohe Kaiserschnittrate von etwa 30% zu reduzieren und die natürlich Geburt zu stärken, wurden verschiedene konkrete Schritte diskutiert. Mir scheint weiterhin die von den BÜNDNISGRÜNEN unterstütze Forderung nach einem hebammengeleiteten Kreißsaal in Sachsen-Anhalt der richtige Weg zu sein. Dafür muss das Land auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen“, fordert Lüddemann

„Gesellschaftspolitisch halte ich es für enorm wichtig, den Wert der natürlichen Geburt verstärkt zu vermitteln. Das sollte bereits in der Schule passieren. Bereits bei jungen Mädchen kann über die Förderung eines gesunden Körperbewusstseins der Grundstein für eine selbstbestimmte und bereichernde Geburt gelegt werden. Wir müssen uns auch Gedanken über eine sinnvolle Gestaltung der Geburtsvorbereitung machen. Es braucht eine Balance zwischen der Stärkung der Frau selbstbestimmt zu gebären und einer offenen Vermittlung der Risiken. Gerade auch, um Frauen das Gefühl des Versagens zu ersparen, wenn die Spontangeburt nicht funktioniert“, erläutert Lüddemann.  

http://www.youtube.com/user/GrueneFraktionLSA

http://gruene-fraktion-sachsen-anhalt.de/aktuelles/2015/fotowettbewerb-reiches-sachsen-anhalt/

In Kooperation mit dem Frauenzentrum „Weiberwirtschaft“ lädt die BÜNDNISGRÜNE Landtagsfraktion zur Filmdiskussion ein.

Liebe Kolleginnen, liebe Freunde

hiermit lade ich Sie/Euch herzlichst zu folgender Veranstaltung ein:

Filmdiskussion: Meine Narbe – Ein Schnitt ins Leben

Bitte unbedingt weitersagen an Freunde, Familie, Klientinnen etc.
Wir wollen mit dieser Veranstaltung auch aus Hebammensicht vor weiterer Steigerung der Sectiorate warnen, mit dem Ziel die physiologische Geburt zu fördern.

Ich würde mich freuen Sie/Euch persönlich begrüßen zu können,
mit den besten Grüßen petra Chluppka

Gebt den Hebammen das Kommando – PM Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

 

Zum Beschluss der PM Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (s. Beitrag)

Filmdiskussion „Die einsame Geburt. Hebammen in Not.“

„Gebt den Hebammen das Kommando“

MAGDEBURG – Die von der BÜNDNISGRÜNEN Landtagsfraktion veranstaltete Filmdiskussion „Die einsame Geburt. Hebammen in Not“ zeigt deutlich: das Thema Geburtshilfe bewegt. Es bewegt werdende Eltern ebenso wie die Hebammen, die Ärzteschaft und endlich auch die Politik. Die Fraktionsvorsitzende und familienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Cornelia Lüddemann äußert sich wie folgt dazu:

„Die vielen Besucherinnen und Besucher sowie die spannende Diskussion an diesem Abend freuen mich sehr. Die im Film dargestellten Schwierigkeiten der Haftpflichtversicherung, die bundesweit problematische Entwicklung der Kaiserschnittrate und z.B. auch die kritische Hebammenversorgung auf dem Land belegen leider deutlich: es ist mehr als berechtigt, dass wir GRÜNE dieses Thema nach vorne stellen; so waren wir auch Wortführer für die Gründung des Runden Tisches ‚Geburt und Familie‘ durch das Sozialministerium“, betont Lüddemann.

„Wir dürften nicht weiter zusehen, wie die Wahlfreiheit werdender Eltern ausgehöhlt, die natürlich Geburt geschwächt und sich dadurch auch das Berufsbild der (freiberuflichen) Hebamme reduziert. Denn Zusehens steigen diese aus der Geburtshilfe aus und bieten „nur“ noch Vor- und Nachsorge an. Das eigentlich älteste Gewerbe der Welt steht damit leider seit Jahren vor existentiellen Herausforderungen. Ich bin aber guten Mutes, dass der Runde Tisch Ende des Jahres praktikable Vorschläge für eine Verbesserung der Situation der werdenden Eltern und der Hebammen vorlegt. Diese werden wir selbstverständlich – soweit nötig – auch ins Parlament tragen. Auf Bundesebene muss sich eine neue Bundesregierung vom ersten Tag die Stärkung der Hebammen auf die Fahnen schreiben“, fordert Cornelia Lüddemann, familienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

„Nach jahrelanger Lobbyarbeit für die Geburtshilfe und die Hebammen im Land durch den Landesverband der Hebammen, ist das Thema nun endlich auf Landesebene angekommen. Die heutige Veranstaltung und der Runde Tisch „Familie und Geburt“ zeugen von einer neuen Anerkennung des Themas und der Belange der Hebammen. Erste Kampagnen für die natürliche Geburt durch Länder wie Baden-Württemberg und einzelne Krankenkassen stimmen mich optimistisch, dass wir auch in Sachsen-Anhalt die Kompetenz und Selbstbestimmung der Schwangeren und Mütter stärken und die Profession der Hebamme voranbringen werden. Dafür könnte sich mein Verband beispielsweise gut die Gründung eines Hebammenkreißsaals vorstellen“, erläutert Petra Chluppka Vorsitzende des Hebammenverbandes Sachsen-Anhalt.

RUNDER TISCH: GEBURT und FAMILIE gegründet

Am 10.11.2016 war es nun soweit. In Sachsen Anhalt hat sich ein „RUNDER TISCH: GEBURT und FAMILIE „gegründet. Dort wird es vordergründig , gemäß Koalitionsvertrag um folgendes gehen:

  • Studie zu den regionalen Bedarfen und deren Abdeckung mit Leistungen der Geburtshilfe, der Vor-und Nachsorge in Auftrag geben,
  • die Ausbildungssituation diskutieren
  • sowie analysieren, wie die Wahlfreiheit des Geburtsortes gewährleistet werden kann.
  • Thema kann auch die Situation der Familienhebammen sein.
  • Es wird geprüft, ob ein hebammengeleiteter Kreißsaal in Sachsen-Anhalt umsetzbar ist.
  • Die entwickelten Handlungsvorschläge zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Hebammenversorgung werden bis Ende 2017 dem Landtag vorgelegt .